Was ist BAMBINI?

Das Hauptziel von BAMBINI war es, Kinder und ihre Eltern zu motivieren, ihr autodominiertes Mobilitätsverhalten in Zukunft zugunsten einer nachhaltigeren und energieeffizienteren Mobilität aufzugeben. Die Zielgruppe des Projektes waren also Eltern mit ihren Kindern von 0 bis 6 Jahren.

Die BAMBINI Idee

Säuglinge werden von Geburt an überwiegend mit dem Auto transportiert, damit bauen sie auch schon sehr früh eine emotionale Verbindung dazu auf. Für Kinder ist es also auch das offensichtlichste Transportmittel.

Um dem entgegenzuwirken, hat BAMBINI wichtige Akteure aus der Spielwarenbranche, Kinderbetreuungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen und Gemeinden angesprochen, um sie auf diese Probleme aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, dass es andere Alternativen gibt. Das Projekt hat es geschafft, die Zielgruppe zu sensibilisieren und Veränderungen herbeizuführen. Neue Verhaltensmuster sind früh im Leben von Kindern entstanden und haben den Beginn einer Verlagerung von der gegenwärtigen Sozialisation von Säuglingen und Kindern hin zu einer nachhaltigeren und energieeffizienteren Mobilität gebracht.

Warum so früh beginnen?

Viele Projekte haben sich bisher auf das Mobilitätsverhalten von Schulkindern konzentriert. Es hat sich jedoch immer deutlicher gezeigt, dass zu Beginn der Schulzeit bereits viele Verhaltensmuster etabliert und nur schwer zu ändern sind. Solche Muster entstehen nämlich innerhalb der ersten sechs Lebensjahre eines Kindes. Das BAMBINI-Projekt hat sich daher entschlossen, das Problem zu einem viel früheren Zeitpunkt im Leben der Kinder anzugehen – von der Geburt an und noch früher. Werdenden Eltern wird gezeigt, wie sie sich von Anfang an intelligent bewegen können. Da Kinder viel lernen, indem sie das Verhalten ihrer engsten Ansprechpartner imitieren, ist es wichtig, jungen Eltern zu zeigen, wie einfach und natürlich es ist, mit Baby und Kind ohne Auto mobil zu sein.

Das BAMBINI Konzept

Um diese Verlagerung in Richtung energieeffiziente Mobilität zu erreichen, wurden die Zielgruppen und Hauptakteure überzeugt durch:

  • Anreize für die entsprechende Branche, Spielzeug und Bücher für Säuglinge und Kinder zu produzieren, die energieeffiziente Transportmittel darstellen.
  • Förderung des Einsatzes alternativer Transportmittel in Geburtsvorbereitungskursen durch Ermittlung verschiedener Alternativen und Bereitstellung von Informationsmaterial für Eltern.
  • Die Eltern motivieren, ihre Kinder ohne Auto in Kinderbetreuungseinrichtungen zu bringen.
  • Schaffung spezifischer Motivationsprogramme für Kinder in Kindergärten durch Förderung des Gehens und Radfahrens mithilfe von Geschichten, Ritualen, Spielen und Arbeitsmaterialien.
  • Integration der BAMBINI-Themen in Schulungen und in die allgemeine Ausbildung von Lehrern, Pädagogen und zukünftigen Fachleuten auf diesem Gebiet.
  • Entwicklung von Prozessen und Initiieren von Projekten, um die Umwandlung von Straßen und Plätzen in Wohnstraßen für Kinder zu ermöglichen.

BAMBINI Spielzeug

Eine österreichische Studie ergab, dass 64 % aller transportbezogenen Spielzeuge Autos sind. Ab und zu ist es noch möglich den ein oder anderen Zug oder Bus im Kinderzimmer zu finden, aber nach Fahrrädern oder gar Fußgängern sucht man vergeblich. Im Rahmen des BAMBINI Projektes wurde auch Spielzeug für eine nachhaltige Mobilität auf dem Markt gebracht.

Laufrad und Fahrradtraining

Ein wichtiges Ziel von BAMBINI war es, Kindern in ganz Europa den Spaß und die Freude zu vermitteln, die sie beim Radfahren oder beim Sport erleben können. Anstatt sich auf die Sicherheitsaspekte zu konzentrieren, bestand das Programm aus vielen Elementen, die sich auf die positiven Emotionen konzentrierten, die mit dem Radfahren verbunden sind. Viele Kindergärten erhielten Laufräder und Roller, und sobald die Kinder gelernt hatten, sie zu beherrschen, konnten sie auf normale Fahrräder umsteigen. Um diesen besonderen Moment zu feiern, wurden Zertifikate „Ich kann Fahrrad fahren“ mit Fotos an diejenigen ausgegeben, die das Fahrradfahren beherrschen.

Jede Form von Bewegung ist gut und lehrt dem Kinde aktiv zu sein. Bewegung hat somit auch einen positiven Einfluss auf die spätere Entwicklung der Kinder. Balance Bikes und Scooter erleichtern das Erlernen des Fahrradfahrens und schaffen so eine positive emotionale Verbindung zum Radfahren.

Motivationsprogramme für Eltern

Die Eltern wurden motiviert, ihre Kinder mit nachhaltigen Verkehrsmittel zum Kindergarten zu bringen, um sie an ihre Bedeutung als Vorbild zu einnern sowie über ihr eigenes Mobilitätsverhalten nachzudenken.

So haben Kindergärten in München ein „Kindergartenlotto“ durchgeführt. Es dauerte mehrere Wochen und erreichte 99 Kinder, 198 Eltern und 8 Pädagogen. Während dieser Aktivität wurden die Kinder gebeten, mit umweltfreundlichen Verkehrsmittel in den Kindergarten zu kommen. Jedes Mal, wenn sie das taten, hatten sie die Chance, an einer Lotterie teilzunehmen und einen Preis zu gewinnen. In diesem Spiel müssen Kinder ihre Eltern auffordern, ihr Auto zu Hause zu lassen.

In Graz wurden Kindergärten und Kinderkrippen mit Fahrradanhängern ausgestattet, die an Eltern verliehen werden konnten. Viele Eltern sind voreingenommen, wenn es um die Verwendung von Fahrradanhängern geht, da diese oft als gefährlich empfunden werden. Die Möglichkeit, Fahrradanhänger auch ohne Kind kostenlos und in Eigenregie auszuprobieren, half den Eltern oft, ihre Meinung zu ändern.

BAMBINI Ergebnisse

Das BAMBINI-Projekt erzielte mit diesem Konzept Ergebnisse auf zwei Arten. Erstens konnte man unmittelbare Ergebnisse feststellen, indem man Kinder und Eltern in Vorschulklassen, Kindergärten und Kinderkrippen ansprach, die zu einer Änderung ihres Mobilitätsverhaltens führten.
Zweitens wurden die in BAMBINI initiierten Projekte dauerhaft in die Lehrpläne integriert. Dies fördert die Fortsetzung des Programms in Kindergärten und sensibilisiert weiterhin Eltern, Kinderbetreuer, Stadtbeamte etc.

BAMBINI Erfolge

  • Über 2.600 Experten wurden in Workshops als Multiplikatoren geschult, um das BAMBINI-Know-how an die endgültigen Zielgruppen Kinder, Eltern und Bürger weiterzugeben und die Maßnahmen nach Projektende fortzusetzen.
  • Über 100.000 Kinder und Eltern haben an den Aktivitäten in Kindergärten teilgenommen.
  • Über eine halbe Million Stakeholder wurden mit gezielten Informationen zu BAMBINI erreicht.
  • 14.000 emotionale Spielzeuge und Bücher wurden bei den Zielgruppen verteilt.
  • 25 verkehrsberuhigte Zonen – darunter die ersten in Bulgarien – wurden durch BAMBINI umgesetzt.
  • 12 Fernsehberichte, 9 Radiosendungen, mehr als 30 Präsentationen auf Konferenzen und mehr als 180 Artikel über BAMBINI, die in gedruckten und elektronischen Medien veröffentlicht wurden.
  • 85% der Eltern von Kindergartenkindern sind bereit, mit BAMBINI nachhaltige Verkehrsmittel auszuprobieren.
  • 67% der beteiligten Kindergartenklassen werden BAMBINI weiterhin nutzen, weil sie von der Wichtigkeit des Themas überzeugt sind.
  • Es wird geschätzt, dass mehr als 8.500 Tonnen CO2 und 3,6 Mio. Liter Kraftstoff durch Verhaltensänderungen im Projektzeitraum eingespart werden konnte.

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